CES MicrosoftVom 06-09 Januar fand in Las Vegas die weltweit größte Messe für Unterhaltungselektronik, die Consumer Electronics Show (CES), statt. Traditionell setzte die Messe erneut wichtige Trends, unter anderem bei neuem 3D-Zubehör, Tablets und Smartphones.

Apples bislang beinahe ungebrochene Vorherrschaft bei den Multimedia-Tablets bekommt dank vieler auf der CES vorgestellter Innovationen starke Konkurrenz. Besonders die Ankündigung von Android 3.0, einem speziell auf die Bedienung von Tablets angepasstem Betriebssystem, wird in Zukunft für wichtige Konkurrenz auf dem noch neuen Markt der modernen Lifestyle-Geräte sorgen. Vor allem in Verbindung mit neuen Prozessoren speziell für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets ergeben sich sehr interessante neue Konzepte. Das Messegeschehen konnten in diesem Falle die Grafikspezialisten von NVidia dominieren. Deren Tegra2-Prozessor sorgt mit zwei 1 GHz schnellen Rechenkernen und einem rasant rechnenden Grafikkern für spannende neue Geräte. So präsentierte LG das als “Superphone” titulierte Dualcore-Smartphone Optimus 2X (in Deutschland: Optimus Speed), ein auf Android basierendes Smartphone mit der Möglichkeit, unter anderem Filme in FullHD-Auflösung zu betrachten und per HDMI auf dem Fernsehgerät wiederzugeben.

Motorola sorgte mit dem Xoom für Aufsehen. Dieses Android-3.0-Tablet setzt ebenfalls NVidias Tegra2-Chip ein. Das 10.1 Zoll große Display löst mit 1280×800 Pixel sehr hoch auf und ist dank dem Einsatz von robustem Gorilla-Glas extrem kratzfest. Der energiesparende Prozessor sorgt für bis zu 10 Stunden Laufzeit, auch wenn HD-Videos betrachtet werden.

Eine interessante Hybrid-Technik aus Netbook und Tablet stellt hingegen Lenovo vor. Beim Lenovo IdeaPad U1 erhält man quasi zwei vollwertige Geräte – ein Tablet, das gleichzeitig auch das Display des Netbooks ist – oder anders herum: Ein Netbook, das gleichzeitig als Dockingstation eines Tablets fungiert. Dabei ist der Tablet-Teil des U1 ein vollwertiges Android-Tablet, während der Netbookteil auf Intel-Hardware und Windows 7 setzt. Beim einstecken des Tablets in den Displayrahmen sollen die beidem Komponenten zudem ihre Daten automatisch synchronisieren.

Im Bereich der 3D-Darstellung sorgte Toshiba für beachtliche Neuerungen. Das Schlagwort für die kommenden Jahre wird “Autostereoskopie” heißen, die Darstellung von 3D-Inhalten ohne störende 3D-Brille. Entsprechende Bildschirme stellte Toshiba jetzt mit bis zu 40 Zoll Diagonale für das kommende Geschäftsjahr in Aussicht. Auf der CES wurden zudem größere Modelle mit 56- und 65 Zoll Größe gezeigt. Größere Bekanntheit als diese vergleichsweise teuren Geräte wird allerdings Nintendo mit der neuen mobilen Spielekonsole 3DS erlangen. Auch das Nintendo 3DS setzt auf ein autostereoskopisches Display.

Damit dreidimensionale Inhalte nicht immer nur aus der Konserve abgespielt werden müssen, arbeiten Hersteller wie Sony, Panasonic und JVC schon seit einiger Zeit an Camcordern mit zwei Objektiven zur Aufzeichnung räumlicher Bilder. Der digitale Camcorder JVC GS-TD1 kann zu diesem Zweck mit seinen zwei 3,32 Megapixel-Objektiven zwei synchrone Full-HD-Videoströme aufzeichnen. Um den 3D-Effekt direkt betrachten zu können, ist das Sucherdisplay der GS-TD1 autostereoskopisch aufgebaut, stellt dreidimensionale Inhalte also ohne zusätzliche Brille dar. Ein der 2000 US-Dollar teuren Kamera beiliegendes Softwarepaket sorgt für die Bearbeitung der Videodateien am heimischen PC – inklusive der Möglichkeit, das Videomaterial in 3D bei Youtube hochladen zu können.